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Warum will er nicht in Pension gehen? Es wäre doch so schön…

Poller im Hafen

Es gibt Menschen, die verbringen ihre Tage in etwa immer gleich. Sie wissen, wann sie arbeiten, was sie danach machen, wann es zu essen gibt und wo das Feierabendbier. Für diese Menschen ist es ganz besonders schwer, wenn sich in ihrem Leben etwas verändert. Der gewohnte Rhythmus gibt Sicherheit. Mehr brauchen sie nicht. Die Arbeit gibt ihnen Halt. In der Firma gehören sie dazu. Hier sind sie Teil der Gesellschaft. Die Arbeit in Ihrem Betrieb gibt ihrem Leben einen Sinn.

Nun stellen Sie, als vorgesetzte Person, sich vor, all das fällt weg. Die Folge davon: Leere, Einsamkeit, Isolation, Sinnlosigkeit, Statusverlust, Langeweile
Körperliche Krankheiten, Depression, Angst, Schlafstörungen...

Empfehlung

Atmen Sie tief ein und aus während Sie sich in die Situation Ihres Mitarbeiters, Ihrer Mitarbeiterin einfühlen. Dann kommt das JA in Ihnen vielleicht von alleine.
Finden Sie einen passenden, ruhigen Moment, zum Beispiel nach Feierabend, und laden Sie die Person zu einem kleinen, möglichst ungezwungenen Gespräch ein. Fragen Sie sie, wie es ihr geht und atmen Sie bewusst tief ein und aus. Bleiben Sie aufmerksam auf Ihren Atem. Angenommen, die Person erzählt Ihnen tatsächlich ein klein wenig von ihren Sorgen, dann antworten Sie nicht mit: «ABER…..»

Vielleicht eher mit: «ich weiss noch nicht wie das ist, kurz vor der Pensionierung zu stehen. Ich stelle mir jedoch vor, dass... Ich glaube, das würde mir Angst machen.»

Wiederholen Sie alles Schwere, was die Person Ihnen mitteilt, und versuchen Sie, es noch schlimmer darzustellen. Sagen Sie wenn möglich NIE, «ja aber…..» sondern nur «JA, das ist wirklich sehr sehr schlimm». So kann sich Ihr Gegenüber verstanden und ernstgenommen fühlen. Wenn sich die Person ernst genommen fühlt, kann sie ein klein wenig entspannen. Das ist ein Anfang.

Vielleicht kommt dann ein: «…ganz so schlimm ist es nun aber auch nicht.»

Dann freuen Sie sich!! Nicht Sie dürfen das sagen. Nur Ihr Gegenüber darf die Situation weniger schwierig darstellen.

Bald geht’s hier weiter…

Herzlich
Manuela Bleichenbacher

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